|
Verluste durch Mängel und “preisgünstige” Ausführung der Luft- und Abgasführung
Bereits zu Beginn meiner Optimierungsmaßnahmen habe ich mit einer Zeitschaltuhr die Betriebszeiten der Heizung an unseren persönlichen Bedarf angepasst -- das heißt, ich habe nachts sowohl
den Brenner, als auch die Heizungspumpe ausgeschaltet. Die Folge war, das bereits nach wenigen Stunden der Kessel komplett ausgekühlt war.
Auch die zusätzliche Isolierung konnte diesen Zustand nur unwesentlich verbessern. Da mein alter Kessel nicht nur einen relativ großen Wasserinhalt (ca 32 liter) hat, sondern zusätzlich eine große
Speichermasse als Kesselkörper ( ca 238 kg Gußeisen) handelt es sich bei der verlorengegangenen Energiemenge um eine beachtenswerte Größe. Wenn ich nur eine Kesseltemperatur von 65°C zugrunde lege, und den Kessel auf 25 °C auskühlen lasse, dann gehen jedesmal ca. 20.000 Wh an Energie (entsprechend ca. 2 Liter Öl) verloren.
Bei jeder Abschaltung!
Da aber nach der neuen Isolierung mein Heizraum nicht mehr warm war, und am Kessel auch keine fühlbar warmen Stellen mehr feststellbar waren, konnte es sich nur um innere Verluste handeln -
“Schornsteinverluste”
Hierbei gibt es zwei unterschiedliche physikalische Ursachen, die jedoch beide die gleiche, wenn auch unterschiedlich starke Wirkung haben: Sie transportieren kühle Luft aus dem Keller durch den Kessel
und den Schornstein nach draussen - und nehmen unsere teuer erzeugte Energie mit!
Die erste Ursache beruht darauf daß die Luft bei unterschiedlichen Temperaturen verschiedene Dichten hat. Kalte Luft ist “schwerer” und verdrängt die warme “leichtere” Luft nach oben. So
fuktioniert jeder Schornstein. Je größer die Temperaturdifferenz der Luft, desto größer ist auch die Kraft, die die Luft bewegt. Das bedeutet, das der Schornsteinzug auch dann noch wirkt, wenn keine Flamme
mehr brennt. Die Kraft ist zwar kleiner, aber solange die Kesseltemperatur größer ist, als die Raumtemperatur, wird sie unaufhörlich Luft durch den Kessel befördern.
Gegen diese Kraft habe ich dann einen Widerstand eingebaut: eine motorische Abgasklappe! Diese verschließt mehr oder weniger dicht den kompletten Querschnitt des Abgasrohres, wenn der Brenner nicht
in Betrieb ist. Durch die elektrische Schaltung ist sichergestellt, daß der Brenner erst startet, wenn die Klappe vollkommen geöffnet ist.
Vor einiger Zeit habe ich einen Bericht der Stiftung Warentest gefunden. Demnach ist bei einstufigen athmosphärischen Gaskesseln durch den Einsatz von motorischen Abgasklappen eine Einsparung von bis zu
10 % möglich.
Hinweis: Bei zweistufigen oder gar modulierenden Brennern ist die erzielbare Einsparung natürlich deutlich geringer, da die Brenner eine längere Einschaltdauer haben, als einstufige.
Eine motorische Abgasklappe (dichtschließend) kostet ca 300 €.
Allerdings: Selbst die sogenannten “dichtschließenden” Klappen sind nicht 100%ig dicht. Außerdem bleibt ja die Kraft des Schornsteinzuges bestehen, die versucht, die Luft durch den Kessel zu ziehen.
Jetzt kommen wir zur zweiten pysikalischen Ursache für den Energieverlust durch den Schornstein: Das Venturi-Prinzip.
Für den Schornstein bedeutet es, daß bei Wind an der Schornsteinmündung ein Unterdruck entsteht, der dann Luft aus dem Schornstein saugt. Je stärker der Wind, desto stärker der Unterdruck. Dieser
Unterdruck wird oft sogar so stark, daß bei einem Brenner im laufenden Betrieb die Flamme “ausgeblasen” wird und der Brenner in Störung geht. Dies sind die Störungen, für die der Störungsdienst dann am nächsten Tag keinerlei Ursachen finden kann. Zumal es vorkommen kann, daß in der gleichen Wohngegend mit hunderten Brennern nur ein einziger davon in Störung geht.
Eigene Messungen haben ergeben, daß sich der “normale” Schornsteinzug leicht auf das 5- 10 fache erhöhen kann. Dabei gehe ich davon aus, daß mein Messgerät viel zu langsam ist, die wirklichen
Druckschwankungen zu erfassen.
Die Lösung zu diesem Problem ist der Einbau eines Kaminzugreglers (auch Zugpendelklappe genannt).
Das ist eine gewichtsbelastete Klappe, die bei überschreiten eines bestimmten, vorher eingestellten Schornsteinzug eine Öffnung in den (Keller-) Raum bildet, so daß der Schornsteinzug nicht mehr auf den
Kessel wirkt und warme Luft verlorengeht, sondern die Luft aus dem Aufstellungsraum am Kessel vorbei in den Schornstein gezogen werden kann. Auch hier geht natürlich etws Energie verloren, jedoch deutlich weniger
als ohne Klappe
Ein netter Nebeneffekt ist, daß aufgrund der stabileren Druckverhältnisse im Feuerraum die Verbrennung eine ziemlich konstante Qualität behält. Der Kessel verrußt dadurch nicht so schnell; er fällt auch
seltener aus.
Der einzustellende Unterdruck für den Zugregler ist der in den Kesselunterlagen angegebene erforderliche Schornsteinzug.
Wie das im Schema aussieht:
|