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Der entscheidende Unterschied dieser hydraulischen Schaltung ist die Verwendung einer “Hydraulischen Weiche” zwischen dem Wärmeerzeuger (Kessel) und den Wärmeverbrauchern (Heizkreise, Boiler...). Eine hydraulische
Weiche ist prinzipiell ein Stück Rohr (mit größerem Durchmesser), an dem sowohl Vor- und Rücklauf des Wärmerzeugers, als auch der Verbraucher angeschlossen wird. Dadurch entsteht für die Wärmeverbraucher zunächst
einmal ein “Kurzschluß” für die Umwälzpumpe; die Verbraucherumwälzpumpe kann nun kein Wasser mehr aus dem Wärmeerzeuger ansaugen, das Wasser im Kessel steht. still. Um dennoch die erzeugte Wärme aus dem Kessel zu
den Verbrauchern zu transportieren, benötige ich zwangsläufig eine Kesselkreispumpe. Diese sollte so ausgelegt sein, das die in der Lage ist, genau die Wassermenge zu transportieren, die bei einer
Temperaturspreizung von 20 (bzw. 15) K exakt der vom Brenner erzeugten Wärmemenge entspricht.
Nun kann ich aufgrund der hydraulischen Trennung des Kesselkreises vom Verbraucherkreis in beiden Kreisen unterschiedliche Wassermengen (und Temperaturen) “fahren”.
Hierbei ist die Wassermenge im Kesselkreis immer gleich groß, während sie im Verbraucherkreis je nach Stellung der Thermostatventile veränderlich sein kann.
Das alleine ist in Bezug auf die Anhebung der Rücklauftemperatur (Korrosionsverminderung, Säuretaupunkt) bereits eine erhebliche Verbesserung gegenüber der vorherigen Hydraulik.
Vorausgesetzt, meine Regelung regelt den Kessel auf eine Mindestvorlauftemperatur von 65 °C, dann wird sich aufgrund der Fördermenge der Kesselkreispumpe eine Rücklauftemperatur von etwa 45 °C einstellen. Das ist
bereits erheblich höher, als vorher beispielsweise in der Übergangszeit. Der Kessel wurde zwar ebenfalls auf 65 °C geregelt, jedoch habe ich ja durch den Mischer im Verbraucherkreis die Vorlauftemperatur bis auf
minimal 33 °C (Heizkurve) heruntergeregelt.Damit lag dann natürlich die Rücklauftemperatur am Kessel noch unter 33°C
Dennoch genügt mir die gedachte Rücklauftemperatur von 45 °C aus drei Gründen immer noch nicht:
Erstens liegt der Taupunkt bei der Ölfeuerung bei etwa 47 °C, so das die erreichbaren 45 ° Rücklauftemperatur noch etwas knapp sind.
Zweitens hat die Kesseltemperaturregelung ein Schaltspiel (Hysterese), so das sowohl die Vorlauftemperatur, als auch die Rücklauftemperatur schwanken können.
Drittens kühlt die gesamte Heizungsanlage durch die häufigen Betriebsunterbrechungen ziemlich stark ab (besonders der Wasserinhalt der Radiatoren), so das ohne weitere Maßnahmen die Rücklauftemperatur trotzdem
lange Zeit unterhalb des Taupunktes läge.
Als weitere Maßnahmen habe ich zusätzlich im Heizungsregler eine Funktion programmiert, die die Verbraucherpumpen erst dann einschaltet, wenn die Kesselrücklauftemperatur mindestens 50°C beträgt. Das ist zwar
wiederum eine kleine Hilfe, reicht aber immer noch nicht aus, da ja nur der geringe Wasserinhalt des Kessels (etwa 32 Liter) warm ist. Der gesamte Inhalt der Verteilungsleitungen und der Radiatoren (geschätzt etwa
300 Liter) ist ja immer noch kalt.
Nun komme ich zur Funktion des Dreiwegemischers, der sich im Kesselrücklauf zwischen der Kesselkreispumpe und der hydraulischen Weiche befindet.
Dieser Mischer ist so aufgebaut, das der Ventilstößel im Normalfall (Ohne den Stellantrieb) genau wie bei einem Thermostatventil herausgedrückt wird. Allerdings ist in dieser Stellung dann der gerade Durchgang
gesperrt, der Bypass ist geöffnet.
Ohne einen Stellantrieb kann also kein Wasser aus der hydraulischen Weiche in den Kesselrücklauf gelangen. Dadurch wäre also schon einmal sichergestellt, das sich der Kessel in der kürzest möglichen Zeit
aufheitzt, und schnell den Temperaturbereich des Taupunktes überschreiten kann.
Als Stellantrieb habe ich Keinen elektrisch betriebenen Antrieb gewählt, sondern einen Antrieb, der genauso aufgebaut ist, wie ein Thermostatkopf. Der Unterschied ist nur, das der Fühler nicht direkt
im Kopf sitzt, sondern als Fernfühler mit einem Kapilarrohr in einer Tauchhülse unmittelbar vor dem Kessel im Rücklauf montiert ist. Natürlich hat der Fühler einen anderen Messbereich als ein Thermostatkopf.
Bei steigender Temperatur wird nun der Stellantrieb entsprechend seinem Sollwert den Ventilstößel langsam hereindrücken - der Bypass wird also bei Erreichen der gewünschten Rücklauftemperatur geschlossen, es kann
also Wasser im Kesselkreis über die Weiche zirkulieren, der Heizbetrieb wird aufgenommen.
Die Vorteile dieser Schaltung sind ziemlich offensichtlich:
Durch das Regelventil, das ohne Fremdenergie auskommt, kann ich in jeder Betriebssituation sicherstellen, das der Kessel schnellstmöglich aufgeheizt wird und den Temperaturbereich des Taupunktes sicher und dauerhaft überschreitet.
Damit ist die Gefahr der Taupunktkorrosion auf ein absolutes Minimum reduziert, so das ich davon ausgehen kann, das mein alter Gusskessel noch weiterhin ein langes Leben haben wird.
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